Konzeptbaum & Operationalisierung der Demokratiematrix


1. Stringente Ausdifferenzierung der Matrixfelder der Demokratiematrix

Wurden im Konzeptionsabschnitt die Dimensionen, Institutionen sowie Kernmerkmale der Matrixfelder definiert, findet hier eine Ausdifferenzierung der Matrixfelder im Sinne einer Top-Down-Perspektive in Komponenten und Subkomponenten als Konzeptbaum statt. Dieser muss eine stringente vertikale Ordnung der verschiedenen Komponenten nach ihrem Abstraktionsgrad aufweisen, um Überlappungen und Redundanzen zu verhindern. Zusätzlich wird hier die Operationalisierung der einzelnen Komponenten durch Selektion valider Indikatoren aus dem Datensatz Varieties of Democracy präsentiert. Ersichtlich sind hier auch die verwendeten Aggregationsregeln, die zur Abbildung der einzelnen Komponenten sowie letztlich des Matrixfeldes führen. Diese werden zudem demokratietheoretisch begründet. Die Aggregationsregeln selbst – und damit die Bottom-Up-Perspektive – werden im Abschnitt Aggregation im Detail besprochen.


2. Varieties of Democracy als Datengrundlage der Demokratiematrix

Die Demokratiematrix bezieht ihre Daten von dem Varieties of Democracy-Projekt. Das Varieties-of-Democracy-Projekt ist ein Verfahren zur Datenerhebung, das in völlig neue und bislang nicht bestehende Dimensionen vorstößt. Die erhobenen Daten, die Anfang 2016 frei veröffentlicht wurden und seither jährlich aktualisiert werden, bieten über 400 zentrale Indikatoren zur Bestimmung der Demokratiequalität, die einen Zeitraum von 1900 bis 2017 (Stand: Oktober 2018) bei ca. 200 Länder abdecken. Dabei werden die Daten nach einem aufwendigen Verfahren erhoben und statistischen Tests unterworfen, um die Reliabilität und Validität der Einschätzungen zu erhöhen. So sind an diesem Prozess über 2.500 Expertinnen und Experten weltweit beteiligt, wobei im Sinne einer Qualitätssicherung darauf geachtet wird, dass mindestens fünf Expertinnen und Experten pro Land unabhängig voneinander jeden Indikator kodieren. Schließlich können mit Hilfe des genutzten statistischen Verfahrens Messfehler korrigiert werden. Für die Demokratiematrix werden nur diejenigen Variablen ausgewählt, die valide die einzelnen Matrixfelder messen.


3. Literaturverzeichnis

Coppedge, Michael, John Gerring, Carl Henrik Knutsen, Staffan I. Lindberg, Svend-Erik Skaaning, Jan Teorell, David Altman, Michael Bernhard, M. Steven Fish, Agnes Cornell, Sirianne Dahlum, Haakon Gjerløw, Adam Glynn, Allen Hicken, Joshua Krusell, Anna Lührmann, Kyle L. Marquardt, Kelly McMann, Valeriya Mechkova, Juraj Medzihorsky, Moa Olin, Pamela Paxton, Daniel Pemstein, Josefine Pernes, Johannes von Römer, Brigitte Seim, Rachel Sigman, Jeffrey Staton, Natalia Stepanova, Aksel Sundström, Eitan Tzelgov, Yi-ting Wang, Tore Wig, Steven Wilson und Daniel Ziblatt. 2018. V-Dem Dataset v8. Varieties of Democracy (V-Dem) Project. https://doi.org/10.23696/vdemcy18.

Munck, Gerardo I. und Jay Verkuilen. 2002. Conceptualizing and Measuring Democracy. Evaluating Alternative Indices. In: Comparative Political Studies 35, S. 5-34.